Fachrichter sind vom Kantonsrat gewählte Richter, meist Psychiater, deren Aufgabe es ist, die Verwaltungsrekurskommission (VRK) fachlich bei Verhandlungen bezüglich fürsorgerischer Unterbringung zu beraten. 

Wenn jemand per fürsorgerischer Unterbringung (meist durch einen Amtsarzt) in eine geeignete Anstalt (meist psychiatrische Klinik) eingewiesen wird, kann er in der Klinik gegen die verfügte fürsorgerische Unterbringung Einsprache erheben. Dazu muss er schriftlich festhalten, dass er nicht einverstanden ist und wieder austreten will. Die Pflege der Klinik hilft den Patienten diesbezüglich. Der Rekurs wird unverzüglich der Verwaltungsrekurskommission geschickt, die innerhalb von 5 Tagen eine Verhandlung organisiert, welche in der Regel am Ort der Unterbringung stattfindet.

Bei der VRK-Verhandlung untersucht/befragt der Fachrichter den rekurrierenden, per fürsorgerischer Unterbringung eingewiesenen Patienten vor der Verwaltungsrekurskommission (bestehend aus einem hauptamtlichen und  zwei nebenamtlichen Richtern). Er befragt den rekurrierenden Eingewiesenen, ebenso anwesenden Angehörige und die behandelnden Ärzte der psychiatrischen Klinik und  berät anschliessend in einem mündlich eröffneten Gutachten die VRK-Kommssion. Dieses tagt anschliessend ohne den Fachrichter und fällt das Urteil.

Das  Urteil der VRK bedeutet dann entweder sofortige Entlassung - und dann muss der Patient die Klinik verlassen, d.h. er darf auch nicht mehr freiwillig bleiben. Oder es bedeutet, dass die Verfügung des Amtsarztes gestützt wurde und der FU für 6 Wochen gilt. 

Bei mittellosen Patienten übernimmt der Staat die Kosten. Wenn jemand Vermögen hat, muss er die Verhandlung bezahlen (meist CHF 1'500.-), aber nur, falls er sie verliert. Der Patient hat auch die Möglichkeit, während der Verhandlung den Rekurs zurückzuziehen. Dann gilt der FU, es werden aber keine Kosten erhoben. 

Eine fürsorgerische Unterbringung bedeutet, dass der Eingewiesene solange fürsorgerisch (gegen den Willen) untergebracht werden darf, wie die Gründe dafür noch vorhanden sind, keinen Tag länger. D.h. wenn jemand z. B. nicht mehr psychotisch ist, wieder klar denken kann, nicht mehr selbst- oder fremdgefährlich oder eine Belastung für die Umgebung ist, muss er entlassen werden - oder darf freiwillig in der Klinik bleiben.

Eine weitere Verlängerung nach einem 6-wöchigen FU muss bei der jeweiligen KESB beantragt werden, die dann entweder eine Verlängerung für 6 Monate oder keine Veränderung verfügen kann. Gegen diese Verfügung kann wieder bei der VRK Einsprache erhoben werden und es findet erneut die Verhandlung statt. Die KESB kann bei Notwendigkeit alle 6 Monate den FU verlängern. Wenn die KESB eingewiesen hat, darf die Klinik nur mit Einverständnis der KESB entlassen, bei einer amtsärztlicher Einweisung, darf die Klinik von sich aus entlassen. Dies ist der Grund, warum bei amtsärztlichen FU's eine Entlassung sehr schnell und eine Hospitalistion nur wenige Tage dauern kann. 

 

 

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